Freitag, 7. September - 20 h 30
MARMOUTIER - Église Saint-Martin

Lucien KANDEL
direction, contratenor
 
Christel BOIRON
cantus
 
Esther LABOURDETTE
cantus
 
Caroline MAGALHÃES
cantus
 
Benjamin INGRAO
tenor
 
Jérémie COULEAU
tenor
 
Thierry PÉTEAU
tenor

 

Musica Nova (Frankreich)

Das Ensemble “Musica Nova” wurde im Jahr 2000 gegründet und vereinigt Sängerinnen und Sänger (mitunter Instrumentalisten) um Lucien Kandel, die in Konzertprogrammen vom Mittelalter bis zum Barock sich leidenschaftlich in das Ausdrucksrepertoire polyphoner Musiken knien. Die Gruppe sieht sich entschieden der historischen Werk-Rekonstruktion verpflichtet und musiziert aus Kopien alter Manuskripte. Daraus entsteht ein ensemble-spezifischer Klang, der in Ton, Schwung und Linienführung außergewöhnlich ist und dessen Schwingungen den Geist anderer Zeiten zu atmen scheinen.

Von der Ars antiqua zur Ars nova

Im ersten Teil dieses Konzerts widmet sich „Musica Nova“ den Quellen der mittelalterlichen Mehrstimmigkeit: Es erklingen Conducti und Organa aus der Feder von Leonin (1150-1201) und Perotin (1160-1230), den maßgeblichen Vertretern der Ars antiqua innerhalb der Notre-Dame-Schule schlechthin. Welche rasante Entwicklung diese musikhistorische Epoche im Verlauf des 13. Jahrhunderts hin zur hochkomplexen Polyphonie der Ars nova eines Guillaume de Machaut (1300-1377) durchlaufen sollte, ist in der zweiten Konzerthälfte zu hören: in Gestalt von dessen berühmter „Messe de Notre-Dame“, der ersten kompletten polyhonen Messevertonung überhaupt, die heute zum Kernbestand der abendländischen Musikgeschichte gezählt wird.